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Reparatur LED-Schuh

LED-Schuh

Derzeitiger modischer Gag für Teenager sind weiße Schuhe mit durch LEDs beleuchteten Sohlen, die per USB-Kabel aufgeladen werden und in verschiedenen Farben und mustern blinken können. Als Markenlabel prankt Shinmax auf den Billigtretern, die es zwar bei Amazon gibt aber die ausnahmslos aus China stammen. Die Dinger sind so billig produziert, daß der dringende Rat gegeben werden kann, sie nur mit Socken und einer zusätzlichen (Leder-) Sohle zu tragen, damit die chemische Belastug der Füße gering gehalten wird.

Wen wundert's, daß die Teile schon nach wenigen Stunden kaputt sind. Die LEDs leuchten nich mehr oder flackern nur noch. Garantie oder Gewährleistung geltend zu machen ist wohl aussichtslos. Also wegschmeißen oder reparieren. Mal sehen, was bei zweitem machbar ist.

LED-Schuh Innen

Mit einer Flachzange wird die eingeklebte dünne Papp-Sohle abgerissen. Beim vorliegenden Modell ging das ganz gut, denn sie ist nur am Rand eingeklebt. Darunter offenbahrt sich das Grauen: die Laufsohle und die Elektronik. Es handelt sich um einen vergossenen Packen mit Platine und Akku. Von dort führen Kabel mit Steckern zu dem USB-Ladeadapter und Taster, sowie zu dem umlaufenden LED-Band. Die RGB-LEDs sind einfach alle parallel geschaltet.

LED-Band

Das LED-Band besteht aus einem Metallstreifen, einer flexiblen Leiterplatte mit den LEDs und das ganze ist in einem transparenten Gummiüberzug verpackt. Der Metallstreifen ist relativ hart und soll wohl dafür sorgen, daß die Leiterplatte nicht bricht. Allerdings steckt das Band Hochkant im Rand. Bei jedem Tritt wird also der Metallstreifen der Länge nach geknickt. Das macht er nicht lange mit und bricht vor allem im vorderen Fußballenbereich. Dann reißt auch die Leiterplatte und schon kommt es zu Wackelkontakten oder ausfällen. Da das Band im Fersenbereich beginnt, die Ferse umschließt und dann nach vorne geht, fällt vermutlich immer der vordere Bereich und eine Seite aus.

Eine echte Fehlkonstruktion. Bei Aliexpress gibt es diese LED-Bänder inkl. Akku und Elektronik massenweise. Vielleicht ein neues Geschäftsmodell, diese anzubieten? Aber erst einmal sehen, was man überhaupt machen kann.
Weil die Schuhe so billig verarbeitet sind, ist es im Grunde kein Problem, die Klebung mit einer Zange von der Plastiksohle abzureißen. Der eigentliche Halt zwischen Sohle und Obermaterial wird wohl eh durch die äußere Klebung erzeugt. Vermutlich hält auch das nicht sehr lange. Im Inneren befindet sich am Rand eine Art Kanal, in dem das LED-Band eingelegt ist. An die neuralgische Stelle ist zwar nicht leicht heranzukommen, aber die gebrochene Stelle ist leicht zu finden.

defekte Stelle

Mit einem Cuttermesser kann der transparente Kunststoff um das Band herum eingeschnitten und abgelöst werden. Dabei aber nicht die dünne flexible Leiterplatte auf der LED-Seite durchschneiden. Die Rückseite mit dem Metallband ist unkritisch. Anschließend müssen vier Verbindungen zwischen den beiden Segmenten angelötet werden. Am einfachsten funktioniert das, wenn man direkt an den LEDs ansetzt. Jede LED hat vier SMD-Kontakte. Mit einem feinen Lötkolben können an die Pads Drahtstücke angelötet werden. Natürlich ist darauf zu achten, daß die jeweils gleichen Pins verbunden werden. Jede LED hat eine markierte Ecke, um das zu überprüfen.

LED

Anschließend muß das Band nur wieder in den Kanal eingeschoben werden. Wie lange die Reparatur hält, bleibt noch abzuwarten. Die dünne Einlegesohle kann mit etwas Sekundenkleber wieder auf die Plastiksohle geklebt werden und ein glücklicher Teenager mehr auf der Welt.