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Fahrzeugdiagnose mit OBD II: Grundlagen, Protokolle und praktische Anwendungen
Florian Schäffer, Elektor, 10/2020, ca. 376 S., € 39,80, ISBN 9783895763915
OBD-2 für Motorräder und andere Zwei- und Dreiräder
OBD II ist seit Jahren Standard für Kraftfahrzeuge mit Verbrennermotor. Auch im Bereich von Motorrädern, dreirädigen Fahrzeugen, Quads und Ähnlichem werden seit Jahren die gleichen Systeme zur Abgasüberwachung eingesetzt. Die Hersteller haben sich bisher an keine einheitliche Regeln gehalten, um den Zugang zum Diagnosesystem zu ermöglichen. Dabei nutzen neue Motorräder etc. das gleiche OBD-System und können auch mit Standard-Diagnosetools wie ELM327 und Handheldgeräten ausgelesen werden.
Mit ISO 19689 wurde 2016 auch ein Stecker für OBD-2 für Zweiräder etc. genormt. Der Anschluß wird auch als Euro 5-Stecker bezeichnet. Dieser ist kleiner als der 16-polige für Kraftfahrzeuge und und bietet mit seinen sechs Pins auch nur Kontakt für die Protokolle nach ISO 9141, ISO 14230 und ISO 15765: K-Line und CAN.
Der weibliche Kontakt am Fahrzeug muß rot sein und soll vorzugsweise unter dem Fahrersitz - auf jeden Fall aber leicht zugänglich - platziert sein.
Interessant ist, daß die zulässigen Protokolle umfangreicher sind, als bei PKW: ISO 9141 (K-leitung), SAE J1850 (kein Anschluß für vorgesehen), ISO 14229 (UDS over CAN), ISO 14230 (KW2000 über K-Leitung), ISO 15765 (DoCAN) und ISO 22901 (ODX). Allerdings gilt, daß die wesentlichen Diagnosedaten der ISO 15031 entsprechen und mit einem Diagnsoegerät für diese Norm abrufbar sein müssen (Delegierte Verordnung (EU) Nr. 44/2014, Anhang XII, Anlage 1, Nr. 3.8). Damit sind praktisch alle für PKW nutzbare Diagnosegeräte auch bei Kleinkrafträdern (Moped/Roller), Mototrrädern, Gespannen, Quads, Trikes und Leichtkraftfahrzeug geeignet.
Praktisch sind Adapterkabel, mit ISO 19689-Stecker und 16-poliger OBD2-Buchse nach ISO 15031-3. So können die handlsüblichen Diagnosegeräte für Autos genutzt werden.
| Pin |
Funktion |
| 1 |
Herstellerspezifisch |
| 2 |
CAN High ISO 15765 |
| 3 |
GND/Masse |
| 4 |
Permanent Batterie Plus oder Zündungs-Plus |
| 5 |
CAN Low ISO 15765 |
| 6 |
K-Leitung ISO 9141/ISO 14230 oder herstellerspezifische Belegung, die nicht Geräte nach ISO 15031 beschädigen darf |
Die EU-Verordnung 168/2013 unterscheidet bei der Anforderung an On-Board-Diagnosesysteme bei zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen zwischen OBD-I und OBD-II (bedeutet Stage Eins bzw. Zwei). Die Änderungsverordnung (EU) 2019/129 legt die Termine (neu) fest, bis zu denen OBD bei den verschiedenen Klassen für leichte ein- und mehrspurige Kraftfahrzeuge (Klasse L) eingeführt sein muß.
Zusammengefaßt sind dies:
| Stichtag |
Klasse |
Typzulassung |
Anforderung |
| 1. Januar 2016 |
L3e, L4e, L5e-A, L7e-A |
Neue Typzulassungen |
OBD-I |
| 1. Januar 2017 |
L3e, L4e, L5e-A, L7e-A |
Bestehende Fahrzeugtypen |
OBD-I |
| 1. Januar 2020 |
L3e (ausgenommen L3e-AxE und L3e-AxT), L4e, L5e-A, L7e-A |
Neue Typzulassungen |
OBD-II, ohne Katalysatorüberwachung |
| 1. Januar 2021 |
L3e (ausgenommen L3e-AxE und L3e-AxT), L4e, L5e-A, L7e-A |
Bestehende Fahrzeugtypen |
OBD-II, ohne Katalysatorüberwachung |
| 1. Januar 2024 |
L3e (ausgenommen L3e-AxE und L3e-AxT), L4e, L5e-A, L7e-A |
Neue Typzulassungen |
OBD-II, mit Katalysatorüberwachung |
| 1. Januar 2025 |
L3e (ausgenommen L3e-AxE und L3e-AxT), L4e, L5e-A, L7e-A |
Bestehende Fahrzeugtypen |
OBD-II, mit Katalysatorüberwachung |
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